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Was versteht man unter dem Bürgerlichen Recht?

Das Bürgerliche Recht ist ein Teil des Privatrechts. Es regelt die Rechtsbeziehungen zwischen gleichgestellten Privatpersonen, also zwischen Bürgern. Dabei geht es um Rechte und Pflichten aus dem täglichen Leben, zum Beispiel bei einem Kaufvertrag, einem Arbeitsverhältnis oder bei Eigentumsfragen. Die dafür geltenden Regeln sind im Bürgerlichen Recht festgelegt.

Um die verschiedenen Lebensbereiche besser zu ordnen, wird das Bürgerliche Recht in mehrere Bereiche unterteilt:
1. Allgemeiner Teil
2. Schuldrecht
3. Sachenrecht
4. Erbrecht
5. Familienrecht
Für die Sachkundeprüfung § 34a GewO ist vor allem das Wissen über ausgewählte Vorschriften aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) von Bedeutung.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was versteht man unter dem Bürgerlichen Recht?
Das Bürgerliche Recht regelt die Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen auf Augenhöhe.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welches Gesetz ist die wichtigste Grundlage des Bürgerlichen Rechts?
Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB).
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welche Bereiche gehören zum Bürgerlichen Recht?
Vertragsrecht, Kaufrecht, Mietrecht, Haftungsrecht und Familien- und Erbrecht.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Worin unterscheidet sich das Bürgerliche Recht vom öffentlichen Recht?
Im Bürgerlichen Recht stehen sich gleichberechtigte Parteien gegenüber, im öffentlichen Recht Staat und Bürger.

Was gilt rechtlich als Sache?

Die Definition des Begriffs „Sache“ findet sich in § 90 BGB und ist wichtig für das Verständnis des Bürgerlichen Gesetzbuches.

Nach dem Gesetz sind nur körperliche Gegenstände Sachen. Dazu zählen feste Gegenstände wie zum Beispiel ein Buch, ein Laptop oder ein Stein, flüssige Stoffe wie Wasser oder Reinigungsmittel sowie gasförmige Stoffe, etwa Gas in einer Gasflasche. Sachen können beweglich sein (z. B. ein Ball) oder unbeweglich (z. B. ein fest montierter Zigarettenautomat).

Tiere sind nach § 90a BGB keine Sachen, werden rechtlich jedoch wie Sachen behandelt. Licht, Elektrizität oder Wärme gelten ebenfalls nicht als Sachen. Auch der Körper eines lebenden Menschen ist keine Sache.

An Sachen kann man Eigentum oder Besitz haben.

§ Gesetzestext - §90 BGB - Begriff der Sache
Sachen im Sinne des Gesetzes sind nur körperliche Gegenstände.
§ Gesetzestext - §90a BGB - Tiere
Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist eine Sache im rechtlichen Sinne?
Körperlicher Gegenstand (§ 90 BGB).
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Sind Tiere Sachen?
Nein, sie werden rechtlich wie Sachen behandelt (§ 90a BGB).
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Sind Geld oder Strom Sachen?
Geld: ja. Strom: nein.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was sind bewegliche Sachen?
Ein körperlicher, abgrenzbarer GegenstandGegenstände, die transportiert werden können.

Eigentum und Eigentümer im rechtlichen Zusammenhang

Das Recht auf Eigentum ist in Artikel 14 Grundgesetz geschützt. Im § 903 BGB wird Eigentum näher geregelt.

Eigentum bedeutet das uneingeschränkte Recht, über eine Sache frei zu verfügen und auf sie einzuwirken. Dazu gehört auch das Recht, andere Personen von der Nutzung auszuschließen.

Der Eigentümer hat damit die rechtliche Sachherrschaft über die Sache.

Es ist auch möglich, dass mehrere Personen Eigentümer einer Sache sind. Kaufen zum Beispiel zwei Personen gemeinsam ein Auto, sind beide Miteigentümer.

Frage: § Gesetzestext - §903 BGB
Beispiel: Timo kauft sich, von seine lange ersparten Geld, in einem Elektronikmarkt die Playstation 4.

Er ist nun Eigentümer dieser Playstation. Simon der sich keine neue Playstation leisten kann, leiht sich die Konsole bei Timo für eine Woche aus. Nun hat Simon zwar die Konsole für eine Woche, dennoch ist Timo der Eigentümer, da ihm die Playstation gehört und er entscheiden kann, was damit passiert. Außerdem kann er die Konsole jederzeit von Simon zurückverlangen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist Eigentum?
Eigentum ist das umfassende Recht, über eine Sache zu verfügen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wer ist Eigentümer?
Eigentümer ist, wem die Sache rechtlich gehört.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was darf der Eigentümer mit seiner Sache tun?
Er darf sie nutzen, verkaufen, vermieten oder zerstören, soweit keine Gesetze entgegenstehen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Worin liegt der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz?
Eigentum ist das Recht an der Sache, Besitz ist die tatsächliche Herrschaft über die Sache.

Rechtliche Bedeutung von Besitz und Besitzer

Besitz bedeutet, dass jemand eine Sache tatsächlich bei sich hat oder benutzen kann. Das steht in § 854 BGB. Besitzer ist also die Person, die gerade die Kontrolle über eine Sache hat, zum Beispiel weil sie die Sache in der Hand hält oder nutzt.

Hat der Eigentümer die Sache selbst, ist er gleichzeitig Eigentümer und Besitzer. Das nennt man Eigenbesitz. Hat der Eigentümer die Sache aber jemand anderem gegeben, zum Beispiel geliehen, dann ist diese andere Person der Besitzer. Das nennt man Fremdbesitz.

§ 854 Erwerb des Besitzes
(1) Der Besitz einer Sache wird durch die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über die Sache erworben.

(2) Die Einigung des bisherigen Besitzers und des Erwerbers genügt zum Erwerb, wenn der Erwerber in der Lage ist, die Gewalt über die Sache auszuüben.
Beispiel 1:
Laura kauft sich in einem Bekleidungsgeschäft eine neue Hose. Sie ist damit Eigentümerin.

Zu Hause gefällt die Hose ihrer Tochter Mia besonders gut.

Am nächsten Tag leiht Laura die Hose an Mia aus, damit sie sie zu einem Treffen mit Freundinnen tragen kann. Mia ist nun Besitzerin der Hose, da sie die tatsächliche Sachherrschaft ausübt. Laura bleibt Eigentümerin und hat weiterhin die rechtliche Sachherrschaft.
Beispiel 2:
Thomas geht in einen Lebensmitteldiscounter, um sich ein Mittagessen zu kaufen. Am Regal mit den Konservendosen nimmt er eine Dose aus dem Regal. In diesem Moment ist er Besitzer, da er die tatsächliche Sachherrschaft ausübt.

Erst nachdem er die Dose an der Kasse bezahlt hat, wird er auch Eigentümer der Ware.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist Besitz?
Besitz ist die tatsächliche Herrschaft über eine Sache
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wer ist Besitzer?
Derjenige, der die Sache tatsächlich innehat.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Kann Besitzer und Eigentümer dieselbe Person sein?
Ja.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Kann man Besitzer sein, ohne Eigentümer zu sein?
Ja, zum Beispiel bei Miete oder Leihe.

Was ist eine Besitzdienerschaft und wer ist ein Besitzdiener?

In § 855 BGB ist geregelt, was Besitzdienerschaft ist.

Ein Besitzdiener ist eine Person, die die tatsächliche Sachherrschaft über eine Sache oder Rechte (z. B. Hausrecht) für den Besitzer ausübt. Dabei ist der Besitzdiener dem Besitzer weisungsgebunden und muss stets in dessen Interesse handeln.

Eigene Entscheidungen gegen den Willen des Besitzers sind nicht zulässig, z. B. jemanden aus einem Gebäude zu verweisen, obwohl der Besitzer den Aufenthalt dieser Person erlaubt hat.

§ 855 Besitzdiener
Übt jemand die tatsächliche Gewalt über eine Sache für einen anderen in dessen Haushalt oder Erwerbsgeschäft oder in einem ähnlichen Verhältnis aus, vermöge dessen er den sich auf die Sache beziehenden Weisungen des anderen Folge zu leisten hat, so ist nur der andere Besitzer.
Beispiel 1
Die Sicherheitsfirma ProSec GmbH erhält für einen neuen Auftrag in einem Club das Hausrecht vom Betreiber übertragen. Sie darf an der Eingangstür entscheiden, wer den Club betreten darf und wer nicht.

Dabei muss sie stets im Sinne des Besitzers handeln und dessen Weisungen befolgen. Während dieses Einsatzes ist die ProSec GmbH Besitzdiener.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist Besitzdienerschaft?
Besitzdienerschaft liegt vor, wenn jemand eine Sache für einen anderen ausübt und dessen Weisungen unterliegt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wer ist ein Besitzdiener?
Person, die Besitz für einen anderen ausübt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Hat der Besitzdiener eigenen Besitz?
Nein.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Nenne ein Beispiel für Besitzdienerschaft.
Angestellter im Geschäft, Sicherheitsmitarbeiter im Objekt.

Was bedeutet vorsätzliches und fahrlässiges Handeln?

Vorsätzliches Handeln liegt vor, wenn jemand bewusst und gewollt handelt und dabei weiß, dass sein Verhalten rechtswidrig ist. Die Handlung erfolgt also mit voller Absicht.

Fahrlässiges Handeln bedeutet, dass die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen wird. Die Handlung geschieht ohne Absicht, jedoch durch Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was bedeutet vorsätzlich?
Bewusstes und gewolltes Handeln.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:Was bedeutet fahrlässig?
Außerachtlassen der erforderlichen Sorgfalt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Nenne ein Beispiel für Vorsatz.
Jemand beschädigt absichtlich fremdes Eigentum.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Nenne ein Beispiel für Fahrlässigkeit.
Jemand verursacht einen Schaden durch Unachtsamkeit.

Was versteht man unter Widerrechtlichkeit und Rechtswidrigkeit?

Die Begriffe widerrechtlich und rechtswidrig meinen inhaltlich dasselbe. Im Zivilrecht spricht man von widerrechtlich, während im Strafrecht der Ausdruck rechtswidrig genutzt wird.

Beide Begriffe beschreiben ein Verhalten, das nicht mit der geltenden Rechtsordnung vereinbar ist. Eine Handlung gilt als widerrechtlich oder rechtswidrig, wenn kein gesetzlicher Rechtfertigungsgrund gegeben ist.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was bedeutet widerrechtlich oder rechtswidrig?
Ein Verhalten verstößt gegen geltendes Recht.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Gibt es einen Unterschied zwischen widerrechtlich und rechtswidrig?
Nein, beide Begriffe werden gleichbedeutend verwendet.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann ist eine Handlung rechtswidrig?
Wenn sie gegen Gesetze oder rechtliche Pflichten verstößt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Ist jede rechtswidrige Handlung strafbar?
Nein, nicht jede Rechtswidrigkeit ist eine Straftat.

Was bedeutet verbotene Eigenmacht im rechtlichen Sinn?

Die Regelung zur verbotenen Eigenmacht ist in § 858 BGB enthalten.

Man unterscheidet dabei zwei Erscheinungsformen:
Besitzentziehung – jemandem wird der Besitz vollständig weggenommen, z. B. durch einen Diebstahl.
Besitzstörung – der Besitz wird beeinträchtigt oder beeinträchtigend beeinflusst, z. B. durch eine Sachbeschädigung.
Sowohl eine Besitzstörung als auch eine Besitzentziehung stellen grundsätzlich eine widerrechtliche Handlung dar, sofern kein Rechtfertigungsgrund vorliegt.

§ 858 Verbotene Eigenmacht
(1) Wer dem Besitzer ohne dessen Willen den Besitz entzieht oder ihn im Besitz stört, handelt, sofern nicht das Gesetz die Entziehung oder die Störung gestattet, widerrechtlich (verbotene Eigenmacht).

(2) Der durch verbotene Eigenmacht erlangte Besitz ist fehlerhaft. Die Fehlerhaftigkeit muss der Nachfolger im Besitz gegen sich gelten lassen, wenn er Erbe des Besitzers ist oder die Fehlerhaftigkeit des Besitzes seines Vorgängers bei dem Erwerb kennt.

Beispiel 1
Markus parkt sein Auto vor einer Veranstaltung auf einem öffentlichen Parkplatz. Als er später zurückkommt, bemerkt er, dass drei junge Personen an seinem Fahrzeug stehen, Zigarettenreste auf das Autodach legen und dort Bierflaschen abstellen. Damit ist Markus nicht einverstanden.

Durch dieses Verhalten wird Markus in seinem Besitz beeinträchtigt. Die Jugendlichen üben somit eine verbotene Eigenmacht in Form einer Besitzstörung aus.
Beispiel 2
Daniel arbeitet als Türsteher in einem Club in Bielefeld. Gegen 0:30 Uhr betritt Kevin die Diskothek als Gast. Um etwa 2:45 Uhr schlägt Kevin einen anderen Besucher.

Daraufhin fordert der Türsteher Kevin auf, den Club sofort zu verlassen. Kevin ignoriert die Anweisung, geht stattdessen zur Bar, kauft sich ein Bier und feiert weiter.

Durch dieses Verhalten begeht Kevin eine verbotene Eigenmacht in Form einer Besitzstörung.
Beispiel 3
Der mehrfach vorbestrafte Täter L. folgt einer älteren Frau F. Auf einmal reißt er ihr die Handtasche weg.

Damit begeht der Täter L. eine verbotene Eigenmacht in Form der Besitzentziehung.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist verbotene Eigenmacht?
Die widerrechtliche Entziehung oder Störung des Besitzes ohne Einwilligung des Besitzers.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wo ist die verbotene Eigenmacht geregelt?
In § 858 BGB.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wer kann verbotene Eigenmacht begehen?
Jede Person.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Nenne ein Beispiel für verbotene Eigenmacht.
Jemand nimmt einem anderen ohne Erlaubnis eine Sache weg.

Was versteht man unter dem Fundrecht?

Wer einen verlorenen Gegenstand findet, ist verpflichtet, den Fund dem Berechtigten mitzuteilen, etwa dem Eigentümer oder demjenigen, der die Sache verloren hat.

Ist keine berechtigte Person bekannt, muss der Fund bei der zuständigen Stelle gemeldet werden. Diese Verpflichtung entfällt, wenn der Wert des Gegenstandes weniger als 10 Euro beträgt.

Wird der Fund nicht ordnungsgemäß gemeldet, liegt in der Regel der Straftatbestand der Unterschlagung vor.

Bei herrenlosen Gegenständen besteht keine Anzeigepflicht nach § 965 BGB. Dazu zählen Sachen ohne Eigentümer und ohne Besitzer, zum Beispiel entsorgte Zeitungen oder Pfanddosen im Abfall.

Der Finder hat Anspruch auf einen Finderlohn in Höhe von etwa 3 bis 5 Prozent (§ 971 BGB).

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist das Fundrecht?
Das Fundrecht regelt den Umgang mit verlorenen Sachen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wo ist das Fundrecht geregelt?
Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was muss ein Finder tun?
Den Fund anzeigen und die Sache abgeben oder aufbewahren.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann kann der Finder Eigentümer werden?
Wenn sich der Eigentümer nach sechs Monaten nicht meldet.

Was versteht man unter dem Hausrecht?

Das Hausrecht bedeutet, dass man entscheiden darf, wer sich in einem bestimmten Bereich aufhalten darf und wer nicht.

Es gibt kein einzelnes Gesetz, in dem das Hausrecht direkt steht. Es ergibt sich aus mehreren Regeln:

Artikel 2 GG – Man darf selbst bestimmen, was im eigenen Bereich passiert.
Artikel 13 GG – Die Wohnung ist geschützt, man entscheidet, wer hinein darf.
Artikel 14 GG – Eigentum ist geschützt, ohne Eigentum kein Hausrecht.
§ 903 BGB – Der Eigentümer darf andere ausschließen.
§ 123 StGB – Wer gegen den Willen bleibt, begeht Hausfriedensbruch.


Beispiel 1
Herr König lebt in einem Mehrfamilienhaus. An einem schönen Tag klingelt Herr Demir bei ihm und möchte ihm eine teure Goldkette verkaufen. Herr König lehnt das Angebot freundlich ab.

Als er die Wohnungstür schließen will, stellt Herr Demir seinen Fuß in den Türrahmen, drückt die Tür auf und drängt Herrn König bis ins Wohnzimmer. Daraufhin schiebt Herr König Herrn Demir zurück vor die Tür und schließt diese.

Herr König macht damit von seinem Hausrecht Gebrauch und entscheidet, dass Herr Demir seine Wohnung nicht betreten darf.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist das Hausrecht?
Das Recht zu bestimmen, wer einen Raum oder ein Grundstück betreten oder sich dort aufhalten darf.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:Wer hat das Hausrecht?
Der Eigentümer oder der berechtigte Inhaber, z. B. Mieter oder Betreiber.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welche Befugnisse umfasst das Hausrecht?
Zutritt erlauben oder verweigern und Personen verweisen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Darf das Hausrecht durchgesetzt werden?
Ja, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.

Was sind Personengruppen im Recht?

Minderjährige: Personen unter 18 Jahren
Kinder: Personen unter 14 Jahren
Jugendliche: Personen von 14 bis unter 18 Jahren
Heranwachsende: Personen von 18 bis unter 21 Jahren
Erwachsene: Personen ab 21 Jahren

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wer gilt als minderjährig?
Personen unter 18 Jahren.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wer zählt zu den Jugendlichen?
Personen von 14 bis unter 18 Jahren.

Unerlaubte Handlung und Pflicht zum Schadensersatz

Durch das Verhalten von Menschen entstehen manchmal Schäden, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall. Für solche Fälle regelt § 823 BGB, wann Schadensersatz zu leisten ist.

Wer einem anderen vorsätzlich oder fahrlässig und widerrechtlich einen Schaden zufügt, etwa an Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit, Eigentum oder Besitz, muss den entstandenen Schaden ersetzen. Dieses Verhalten nennt man eine unerlaubte Handlung.

Grundsätzlich muss dabei nur der Zustand wiederhergestellt werden, der vor dem Schaden bestand.

Handelt die schädigende Person nicht rechtswidrig, also mit einem Rechtfertigungsgrund (z. B. Notwehr), besteht keine Pflicht zum Schadensersatz.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist eine unerlaubte Handlung?
Eine rechtswidrige Handlung, durch die vorsätzlich oder fahrlässig ein Schaden verursacht wird.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welche Rechtsgüter sind nach § 823 BGB geschützt?
Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit, Eigentum und Besitz.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann besteht eine Schadensersatzpflicht?
Bei widerrechtlichem und schuldhaftem Schaden.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist grundsätzlich zu ersetzen?
Der frühere Zustand ist wiederherzustellen.

Unerlaubte Handlung – Minderjährige

Erwachsene haften ab dem 18. Lebensjahr vollständig für Schäden, die sie verursachen.

Bei Minderjährigen (unter 18 Jahren) gelten besondere Regeln:

Kinder bis 7 Jahre → keine Haftung für verursachte Schäden.

Kinder von 7 bis 10 Jahren → grundsätzlich haftbar, nicht jedoch für Schäden bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen, Schienen- oder Schwebebahnen, außer bei Vorsatz.

Jugendliche bis unter 18 Jahre → haftbar für Schäden, wenn sie die nötige Einsicht in ihr Fehlverhalten hatten. Fehlt diese Einsicht, besteht keine Haftung.

Grundsätzlich stehen Minderjährige unter Aufsicht. Verletzt die aufsichtspflichtige Person diese Pflicht und entsteht dadurch ein Schaden, muss sie den Schaden ersetzen.

§ 828 Minderjährige
(1) Wer nicht das siebente Lebensjahr vollendet hat, ist für einen Schaden, den er einem anderen zufügt, nicht verantwortlich.

(2) Wer das siebente, aber nicht das zehnte Lebensjahr vollendet hat, ist für den Schaden, den er bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug, einer Schienenbahn oder einer Schwebebahn einem anderen zufügt, nicht verantwortlich. Dies gilt nicht, wenn er die Verletzung vorsätzlich herbeigeführt hat.

(3) Wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ist, sofern seine Verantwortlichkeit nicht nach Absatz 1 oder 2 ausgeschlossen ist, für den Schaden, den er einem anderen zufügt, nicht verantwortlich, wenn er bei der Begehung der schädigenden Handlung nicht die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht hat.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: § 832 Haftung des Aufsichtspflichtigen
(1) Wer kraft Gesetzes zur Führung der Aufsicht über eine Person verpflichtet ist, die wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geistigen oder körperlichen Zustands der Beaufsichtigung bedarf, ist zum Ersatz des Schadens verpflichtet, den diese Person einem Dritten widerrechtlich zufügt. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn er seiner Aufsichtspflicht genügt oder wenn der Schaden auch bei gehöriger Aufsichtsführung entstanden sein würde.

(2) Die gleiche Verantwortlichkeit trifft denjenigen, welcher die Führung der Aufsicht durch Vertrag übernimmt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Haften Erwachsene für unerlaubte Handlungen?
Ja, ab 18 Jahren in vollem Umfang.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Haften Kinder bis 7 Jahre für Schäden?
Nein, sie sind deliktunfähig.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wie ist die Haftung bei Kindern von 7 bis 10 Jahren?
Grundsätzlich ja, außer bei Schäden aus Kfz-, Schienen- oder Schwebebahnunfällen, außer bei Vorsatz.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wie ist die Haftung bei Minderjährigen bis 18 Jahren?
Ja, wenn sie die erforderliche Einsichtsfähigkeit hatten.

Haftung des Tierhalters

Grundsätzlich ist der Tierhalter für alle Schäden verantwortlich, die durch sein Tier verursacht werden.

Eine Haftung entfällt jedoch, wenn das Tier beruflich eingesetzt wird und der Halter die notwendige Sorgfalt bei Beaufsichtigung und Führung eingehalten hat oder der Schaden trotz sorgfältigen Verhaltens nicht verhindert werden konnte.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wer haftet bei Schäden durch ein Tier?
Grundsätzlich der Tierhalter.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Worauf beruht die Tierhalterhaftung?
Auf der Gefahr, die von einem Tier ausgeht.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann entfällt die Haftung des Tierhalters?
Bei beruflich genutzten Tieren, wenn die erforderliche Sorgfalt eingehalten wurde.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann besteht trotz Sorgfalt keine Haftung?
Wenn der Schaden auch bei sorgfältigem Verhalten nicht vermeidbar war.

Rechtsgüter im bürgerlichen Recht

Rechtsgüter sind Interessen eines Menschen, die durch das Recht besonders geschützt werden.

Zu den wichtigsten Rechtsgütern zählen – nach ihrer Bedeutung geordnet:
1. Leben und körperliche Unversehrtheit
2. Gesundheit
3. Persönliche Freiheit
4. Eigentum
5. Besitz
6. Ehre

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was sind Rechtsgüter?
Rechtlich geschützte Interessen eines Menschen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welches Rechtsgut steht an oberster Stelle?
Leib und Leben.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Nenne weitere wichtige Rechtsgüter.
Gesundheit, Freiheit, Eigentum, Besitz, Ehre.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Warum sind Rechtsgüter wichtig?
Sie bestimmen, was rechtlich besonders geschützt ist.

Rechtliche Rechtfertigungsgründe

Im Bürgerlichen Gesetzbuch gibt es bestimmte Regelungen, auf die sich Sicherheitsmitarbeiter ebenso wie andere Personen in besonderen Situationen berufen können. Diese Regelungen nennt man Rechtfertigungsgründe.

Sie bewirken, dass eine Handlung, die normalerweise widerrechtlich wäre, rechtlich erlaubt ist.

Zu den wichtigsten Rechtfertigungsgründen gehören:
§ 227 BGB – Notwehr
§ 228 BGB – Verteidigender Notstand
§ 229 BGB – Allgemeine Selbsthilfe
§ 859 BGB – Selbsthilfe des Besitzers
§ 860 BGB – Selbsthilfe des Besitzdieners
§ 904 BGB – Angreifender Notstand

Weitere wichtige Vorschriften sind:
§ 127 StPO – Vorläufige Festnahme
§ 32 StGB – Notwehr
§ 34 StGB – Rechtfertigender Notstand Diese Vorschriften können eine Handlung rechtmäßig machen, obwohl sie ohne Rechtfertigungsgrund verboten wäre.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was sind Rechtfertigungsgründe?
Gesetzliche Gründe, die eine sonst rechtswidrige Handlung erlauben.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wo sind wichtige Rechtfertigungsgründe geregelt?
Im BGB, StGB und der StPO.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welche zivilrechtlichen Rechtfertigungsgründe gibt es?
Notwehr (§ 227 BGB), verteidigender Notstand (§ 228 BGB), Selbsthilfe (§§ 229, 859, 860 BGB), angreifender Notstand (§ 904 BGB)
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welche strafrechtlichen Rechtfertigungsgründe sind relevant?
Notwehr (§ 32 StGB) und rechtfertigender Notstand (§ 34 StGB).

Notwehr nach § 227 BGB

Wer in Notwehr handelt, begeht keine rechtswidrige Tat.

Notwehr ist eine Verteidigung, die notwendig ist, um einen gegenwärtigen und rechtswidrigen Angriff von sich selbst oder von einer anderen Person abzuwehren.

Begriffe einfach erklärt:
Angriff: Eine drohende oder tatsächliche Verletzung eines Rechtsgutes durch einen Menschen
Gegenwärtig: Der Angriff steht unmittelbar bevor, findet gerade statt oder dauert noch an
Rechtswidrig: Der Angreifer verstößt gegen das Gesetz und hat keinen Rechtfertigungsgrund
Tat: Eine Straftat
Erforderlich: Die Verteidigung muss geeignet und notwendig sein, um den Angriff sofort zu beenden
Geboten: Die Verteidigung darf nicht in einem krassen Missverhältnis stehen → nicht geboten z. B. bei absichtlicher Provokation
Ziel der Notwehr ist es, den Angriff so schnell wie möglich zu stoppen.
Bei der Verteidigung ist immer das mildeste geeignete Mittel zu wählen, das den Angriff wirksam beendet.

Alle Rechtsgüter sind notwehrfähig, z. B.: Leib und Leben, Gesundheit, Freiheit, Eigentum, Besitz, Ehre.

Notwehr ist sowohl im BGB als auch im StGB geregelt:
BGB: schützt vor zivilrechtlichen Folgen (z. B. Schadensersatz)
StGB: schützt vor strafrechtlichen Folgen (z. B. Körperverletzung)
Notwehr bedeutet Verteidigung für sich selbst. Nothilfe ist Notwehr zugunsten einer anderen Person.

§ 227 Notwehr
(1) Eine durch Notwehr gebotene Handlung ist nicht widerrechtlich.

(2) Notwehr ist diejenige Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist Notwehr?
Notwehr ist eine notwendige Verteidigung gegen einen gegenwärtigen und rechtswidrigen Angriff.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann handelt man nicht rechtswidrig?
Wenn man in Notwehr handelt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist ein Angriff?
Eine drohende oder tatsächliche Verletzung eines Rechtsgutes durch einen Menschen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was bedeutet gegenwärtig?
Der Angriff steht unmittelbar bevor, findet gerade statt oder dauert noch an.

Allgemeine Selbsthilfe nach §229 BGB

Nach § 229 BGB ist Selbsthilfe erlaubt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. In solchen Fällen darf man:
• eine Sache an sich nehmen, beschädigen oder zerstören,
• eine Person, die fluchtverdächtig ist, festhalten,
• Widerstand einer Person beseitigen, wenn diese eine Handlung dulden muss.

Dies ist jedoch nur zulässig, wenn:
• staatliche Hilfe nicht rechtzeitig erreichbar ist und
• ohne sofortiges Handeln die Durchsetzung eines Anspruchs wesentlich erschwert oder unmöglich wäre.
Das Recht aus § 229 BGB kann auch vertraglich auf andere Personen übertragen werden, zum Beispiel auf einen Sicherheitsdienst.

§ 229 Selbsthilfe
Wer zum Zwecke der Selbsthilfe eine Sache wegnimmt, zerstört oder beschädigt oder wer zum Zwecke der Selbsthilfe einen Verpflichteten, welcher der Flucht verdächtig ist, festnimmt oder den Widerstand des Verpflichteten gegen eine Handlung, die dieser zu dulden verpflichtet ist, beseitigt, handelt nicht widerrechtlich, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen die Gefahr besteht, dass die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt oder wesentlich erschwert werde.


Beispiel 1
Der Sicherheitsmitarbeiter Tobias sieht, wie die Kundin Frau Sommer in einem Elektronikmarkt versehentlich ein teures Gerät vom Regal stößt, das dabei beschädigt wird. Anstatt das Personal zu informieren, verlässt Frau Sommer zügig den Verkaufsbereich in Richtung Ausgang.
Da kein Mitarbeiter der Polizei sofort erreichbar ist und die Gefahr besteht, dass der Schaden nicht mehr geltend gemacht werden kann, hält Tobias Frau Sommer kurz an, um ihre Identität festzustellen. Ohne dieses Eingreifen hätte das Geschäft den Schaden selbst tragen müssen.
Beispiel 2
Die Ladeninhaberin Frau Meier sieht, wie ein ungefähr neun Jahre altes Kind mit einem Stein gegen die Fensterscheibe ihres Geschäfts wirft. Dabei entstehen Kratzer im Glas.

Frau Meier verlässt ihr Geschäft und hält das Kind kurz fest. Anschließend verständigt sie die Polizei, um den Namen des Kindes zu erfahren und klären zu können, wie der entstandene Schaden ersetzt wird.

Das Festhalten war rechtmäßig, da ein durchsetzbarer Anspruch wegen der beschädigten Scheibe bestand und keine sofortige polizeiliche Hilfe verfügbar war. Ohne dieses Eingreifen hätte Frau Meier möglicherweise selbst für die Reparaturkosten aufkommen müssen.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist allgemeine Selbsthilfe nach § 229 BGB?
Das Recht, eigene Ansprüche ohne Gericht sofort durchzusetzen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welche Maßnahmen sind erlaubt?
Wegnehmen, Beschädigen oder Zerstören einer Sache sowie Festhalten eines fluchtverdächtigen Verpflichteten.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann ist Selbsthilfe zulässig?
Wenn staatliche Hilfe nicht rechtzeitig erreichbar ist.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Darf Widerstand beseitigt werden?
Ja, wenn der Verpflichtete eine Handlung zu dulden hat.

Selbsthilfe des Besitzers nach §859 BGB

Nach § 859 BGB darf sich der Besitzer einer Sache gegen eine verbotene Eigenmacht wehren. Das bedeutet gegen eine Besitzstörung oder einen Besitzentzug. Wenn es nötig ist, darf dabei auch Gewalt eingesetzt werden. Das nennt man Besitzwehr.

Wird dem Besitzer eine Sache weggenommen, darf er sie dem Täter, wenn dieser auf frischer Tat betroffen wird, ebenfalls notfalls mit Gewalt wieder zurückholen. Das nennt man Besitzkehr.

Dabei gilt immer: Die eingesetzten Mittel müssen verhältnismäßig sein. Gewalt darf also nur so weit angewendet werden, wie es unbedingt erforderlich ist.

§ 859 Selbsthilfe des Besitzers
(1) Der Besitzer darf sich verbotener Eigenmacht mit Gewalt erwehren.
(2) Wird eine bewegliche Sache dem Besitzer mittels verbotener Eigenmacht weggenommen, so darf er sie dem auf frischer Tat betroffenen oder verfolgten Täter mit Gewalt wieder abnehmen.
(3) Wird dem Besitzer eines Grundstücks der Besitz durch verbotene Eigenmacht entzogen, so darf er sofort nach der Entziehung sich des Besitzes durch Entsetzung des Täters wieder bemächtigen.
(4) Die gleichen Rechte stehen dem Besitzer gegen denjenigen zu, welcher nach § 858 Abs. 2 die Fehlerhaftigkeit des Besitzes gegen sich gelten lassen muss.

Beispiel 1
Ein mehrfach auffälliger Täter versucht, der Frau Becker die Handtasche zu entreißen. Frau Becker hält ihre Tasche jedoch fest. Der Täter zerrt weiter daran und versucht mehrfach, sie an sich zu bringen.

Daraufhin tritt Frau Becker dem Täter auf den Fuß, sodass dieser von ihr ablässt.

Frau Becker handelt hier im Rahmen der Besitzwehr nach § 859 BGB und verteidigt ihren Besitz rechtmäßig.
Beispiel 2
Der Frau Lehmann wird von hinten die Handtasche entrissen. Sie nimmt sofort die Verfolgung auf, holt den Täter, der noch auf frischer Tat ist, ein und bringt ihn durch ein Beinstellen zu Fall. Dabei lässt der Täter die Tasche fallen, die Frau Lehmann an sich nimmt. Anschließend flüchtet der Täter.

Frau Lehmann handelt in diesem Fall im Rahmen der Besitzkehr nach § 859 BGB und erlangt ihren Besitz rechtmäßig zurück.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was regelt § 859 BGB?
Die Selbsthilfe des Besitzers bei verbotener Eigenmacht.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist Besitzwehr?
Das Abwehren einer Besitzstörung oder eines Besitzentzugs, notfalls mit Gewalt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist Besitzkehr?
Das sofortige Zurückholen der weggenommenen Sache vom Täter auf frischer Tat.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist bei der Anwendung von Gewalt zu beachten?
Die Verhältnismäßigkeit der Mittel.

Selbsthilfe des Besitzerdieners nach §860 BGB

Nach § 860 BGB hat der Besitzdiener die gleichen Abwehrrechte wie der Besitzer nach § 859 BGB.

Das bedeutet: Er darf sich gegen eine verbotene Eigenmacht wehren, also gegen eine Besitzstörung oder einen Besitzentzug. Wenn es erforderlich ist, darf er dabei auch Gewalt anwenden. Der Besitzdiener darf somit Besitzwehr und Besitzkehr ausüben, so als wäre er selbst der Besitzer.

Dabei gilt immer: Die eingesetzten Mittel müssen verhältnismäßig sein.

§ 860 Selbsthilfe des Besitzdieners
Zur Ausübung der dem Besitzer nach § 859 zustehenden Rechte ist auch derjenige befugt, welcher die tatsächliche Gewalt nach § 855 für den Besitzer ausübt.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was regelt § 860 BGB?
Die Selbsthilfe des Besitzdieners.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welche Rechte hat der Besitzdiener nach § 860 BGB?
Die gleichen Selbsthilferechte wie der Besitzer nach § 859 BGB.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was darf der Besitzdiener konkret tun?
Besitzwehr und Besitzkehr ausüben, notfalls auch mit Gewalt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: In welchen Fällen ist das zulässig?
Bei verbotener Eigenmacht, also Besitzstörung oder Besitzentzug.

Defensivnotstand / verteidigender Notstand – §228 BGB

Beim Defensivnotstand geht die Gefahr nicht von einem Menschen aus, sondern von einer Sache oder einem Tier.

§228 BGB erlaubt es, eine Sache zu beschädigen oder zu zerstören, um eine gegenwärtige Gefahr von sich oder einer anderen Person abzuwenden.

Ein Beispiel ist, einen angreifenden Hund durch einen Tritt zu vertreiben.

Wichtig ist dabei die Abwägung der Rechtsgüter. Die Maßnahme darf nicht unverhältnismäßig sein und muss in einem angemessenen Verhältnis zur drohenden Gefahr stehen.

Nicht erlaubt wäre zum Beispiel, den Baum des Nachbarn abzusägen, nur weil Blätter in den eigenen Garten fallen.

§ 228 Notstand
Wer eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, um eine durch sie drohende Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht widerrechtlich, wenn die Beschädigung oder die Zerstörung zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist und der Schaden nicht außer Verhältnis zu der Gefahr steht. Hat der Handelnde die Gefahr verschuldet, so ist er zum Schadensersatz verpflichtet.

Beispiel 1
Herr Neumann ist zu Fuß unterwegs. Plötzlich rennt ein Hund auf ihn zu und versucht, ihn zu beißen. Durch einen gezielten Tritt kann Herr Neumann den Hund abwehren. Das Tier zieht sich daraufhin zurück.
Beispiel 2
Frau Kramer liegt in ihrem Garten und sonnt sich. Plötzlich fliegt der ferngesteuerte Hubschrauber ihres Nachbarn Schulz über die Hecke direkt auf sie zu. Kurz vor ihrem Gesicht schlägt sie das Fluggerät weg. Beim Aufprall auf den Boden wird es beschädigt.

Frau Kramer muss keinen Schadensersatz leisten, da sie im Rahmen des Defensivnotstands gehandelt hat.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was ist der Defensivnotstand nach § 228 BGB?
Die Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr, die von einer Sache oder einem Tier ausgeht.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wodurch unterscheidet sich der Defensivnotstand von der Notwehr?
Die Gefahr geht nicht von einem Menschen aus.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was darf im Defensivnotstand getan werden?
Eine Sache darf beschädigt oder zerstört werden, um die Gefahr abzuwehren.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Welche Voraussetzung muss erfüllt sein?
Die Gefahr muss gegenwärtig sein.

Aggressivnotstand nach §904 BGB

Nach § 904 BGB darf der Eigentümer es nicht verbieten, dass eine andere Person seine Sache beschädigt oder zerstört, wenn diese Sache benötigt wird, um eine gegenwärtige Gefahr abzuwenden.

Voraussetzung ist, dass der Schaden, der durch die Gefahr droht, deutlich größer ist als der Schaden, der an der Sache des Eigentümers entsteht.

Grundsätzlich muss die Person, die die fremde Sache beschädigt oder zerstört, Schadensersatz leisten. Dieser Anspruch kann jedoch gegenüber der Person geltend gemacht werden, die die Gefahr verursacht hat.

§ 904 Notstand
Der Eigentümer einer Sache ist nicht berechtigt, die Einwirkung eines anderen auf die Sache zu verbieten, wenn die Einwirkung zur Abwendung einer gegenwärtigen Gefahr notwendig und der drohende Schaden gegenüber dem aus der Einwirkung dem Eigentümer entstehenden Schaden unverhältnismäßig groß ist. Der Eigentümer kann Ersatz des ihm entstehenden Schadens verlangen.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was regelt § 904 BGB?
Die Nutzung, Beschädigung oder Zerstörung einer fremden Sache zur Abwendung einer gegenwärtigen Gefahr.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann darf eine fremde Sache beschädigt oder zerstört werden?
Wenn dies zur Gefahrenabwehr notwendig ist und der drohende Schaden deutlich größer ist.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Darf der Eigentümer dies verbieten?
Nein, nicht in diesem Fall.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Besteht eine Schadensersatzpflicht?
Ja, grundsätzlich gegenüber dem Eigentümer.

Verhältnismäßiger Einsatz von Mitteln

Wenn man in die Rechte anderer eingreift oder einen Rechtfertigungsgrund nutzt, muss immer geprüft werden, ob die Maßnahme verhältnismäßig ist. Das bedeutet, dass das eingesetzte Mittel nicht über das Notwendige hinausgehen darf.

Zur Beurteilung helfen vier Fragen:
• Dient die Maßnahme einem rechtmäßigen Ziel?
• Kann die Maßnahme dieses Ziel überhaupt erreichen?
• Ist sie notwendig oder gäbe es ein milderes, gleich wirksames Mittel?
• Stehen Nutzen und Nachteile in einem angemessenen Verhältnis?

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was bedeutet „Verhältnismäßigkeit der Mittel“?
Eine Maßnahme darf nur so weit gehen, wie es rechtlich notwendig ist.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:Was ist ein legitimer Zweck?
Ein rechtlich zulässiges Ziel, z. B. Gefahrenabwehr.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann ist eine Maßnahme geeignet?
Wenn sie den Zweck tatsächlich erreichen kann.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann ist eine Maßnahme erforderlich?
Wenn es kein milderes, gleich wirksames Mittel gibt.

Grundsatz des Schikaneverbots

Das Schikaneverbot ist in § 226 BGB geregelt. Danach darf ein Recht nicht so ausgeübt werden, dass dadurch absichtlich ein Schaden bei einer anderen Person entsteht.

Einfach gesagt: Man darf ein bestehendes Recht nicht missbrauchen, nur um andere zu ärgern, zu benachteiligen oder zu schädigen.

§ 226 Schikaneverbot
Die Ausübung eines Rechts ist unzulässig, wenn sie nur den Zweck haben kann, einem anderen Schaden zuzufügen.
Beispiel 1
Der Sicherheitsmitarbeiter Timo ist an der Eingangskontrolle eines großen Festivals eingesetzt. Dort erkennt er den Besucher Lukas, der gleichzeitig der neue Partner seiner Ex-Freundin ist. Aus persönlicher Abneigung entscheidet sich Timo, Lukas bei jedem Passieren des Ein- und Ausgangs besonders gründlich zu kontrollieren.

Da Lukas mehrfach zu seinem Zelt zurückgeht, muss er fast stündlich durch die Kontrolle. Jedes Mal wird er von Timo etwa 20 Minuten aufgehalten.

Dieses Verhalten stellt eine reine Schikane dar und ist rechtlich nicht zulässig, da Timo sein Recht missbräuchlich ausübt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Was bedeutet das Schikaneverbot?
Ein Recht darf nicht ausgeübt werden, nur um einem anderen zu schaden.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wo ist das Schikaneverbot geregelt?
In § 226 BGB.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Wann liegt eine Schikane vor?
Wenn die Rechtsausübung keinen eigenen Zweck hat, sondern nur schadet.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten: Ist eine solche Rechtsausübung erlaubt?
Nein, sie ist unzulässig.

Bürgerliches Recht – Was ist das?

Das Bürgerliche Recht regelt die Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen in Deutschland. Es definiert Rechte, Pflichten und Ansprüche im täglichen Leben.

Frage: Was ist das Bürgerliche Recht?
Rechtsgebiet, das Beziehungen zwischen Privatpersonen regelt.

Was ist eine Sache?

Eine Sache ist ein körperlicher Gegenstand, der von Menschen genutzt oder besessen werden kann.

Frage: Was ist eine Sache?
Ein körperlicher, abgrenzbarer Gegenstand.

Eigentum – Eigentümer

Eigentum ist das umfassende Recht an einer Sache. Der Eigentümer kann mit der Sache nach Belieben verfügen, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen.

Frage: Was ist Eigentum?
Umfassendes Recht an einer Sache mit Verfügungsbefugnis.

Besitz – Besitzer

Besitz ist die tatsächliche Herrschaft über eine Sache. Der Besitzer muss nicht Eigentümer sein.

Frage: Was ist Besitz?
Tatsächliche Gewalt über eine Sache, unabhängig vom Eigentum.

Besitzdienerschaft – Besitzdiener

Ein Besitzdiener übt Besitz für den Besitzer aus, z.B. ein Arbeitnehmer, der das Eigentum seines Arbeitgebers verwaltet.

Frage: Wer ist ein Besitzdiener?
Person, die Besitz für einen anderen ausübt.

Vorsätzlich / Fahrlässig

Vorsätzlich handelt, wer eine Tat bewusst begeht. Fahrlässig handelt, wer die Sorgfalt außer Acht lässt.

Frage: Unterschied Vorsatz / Fahrlässigkeit?
Vorsatz: bewusstes Handeln; Fahrlässig: unbewusst, Sorgfalt verletzt.

Widerrechtlich / Rechtswidrig

Widerrechtlich oder rechtswidrig ist eine Handlung, die gegen das Gesetz oder die Rechte Dritter verstößt.

Frage: Was bedeutet rechtswidrig?
Handlung verstößt gegen gesetzliche Vorschriften oder Rechte Dritter.

Verbotene Eigenmacht

Verbotene Eigenmacht liegt vor, wenn jemand ohne Erlaubnis des Eigentümers in dessen Rechte eingreift.

Frage: Was ist verbotene Eigenmacht?
Eigentumsrechte anderer ohne Erlaubnis verletzen.

Fundrecht

Das Fundrecht regelt den Umgang mit verlorenen Sachen.

Frage: Was regelt das Fundrecht?
Umgang und Anspruch an gefundenen Sachen.

Hausrecht

Der Eigentümer oder Besitzer eines Grundstücks darf Regeln für dessen Nutzung festlegen.

Frage: Was ist Hausrecht?
Recht, Regeln auf eigenem Grundstück durchzusetzen.

Personengruppen

Personen können in Minderjährige, Volljährige, Eigentümer, Besitzer oder besondere Gruppen unterteilt werden, die unterschiedliche Rechtsfolgen haben.

Frage: Welche Personengruppen gibt es?
Minderjährige, Volljährige, Eigentümer, Besitzer, besondere Gruppen.
Bürgerliches Recht – Lernseite

Bürgerliches Recht – Was ist das?

Das Bürgerliche Recht (auch Zivilrecht) regelt die Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen. Es ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) festgelegt und betrifft alltägliche Dinge wie Verträge, Besitz, Eigentum, Schadenersatz und Privatrechte.

Frage: Was regelt das Bürgerliche Recht?
Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen, z.B. Eigentum, Verträge oder Schadensersatz.
Frage: Wo steht das Bürgerliche Recht?
Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

Was ist eine Sache?

Eine Sache ist nach §90 BGB jeder körperliche Gegenstand, also alles, was man anfassen kann. Dazu gehören bewegliche und unbewegliche Sachen.

Frage: Was gilt als Sache?
Jeder körperliche Gegenstand (§90 BGB).
Frage: Beispiele?
Autos, Smartphones, Möbel, Grundstücke.

Eigentum – Eigentümer

Der Eigentümer hat die rechtliche Herrschaft über eine Sache. Er darf über die Sache frei bestimmen, verkaufen, verschenken oder verändern.

Frage: Was ist Eigentum?
Die rechtliche Herrschaft über eine Sache.
Frage: Rechte des Eigentümers?
Benutzung, Veränderung, Verkauf, Vernichtung.

Besitz – Besitzer

Besitz bedeutet die tatsächliche Herrschaft über eine Sache. Der Besitzer muss nicht der Eigentümer sein.

Frage: Unterschied Eigentümer – Besitzer?
Besitzer hat die tatsächliche Kontrolle, Eigentümer hat das Recht.
Frage: Beispiel?
Mietwohnung: Mieter = Besitzer, Vermieter = Eigentümer.

Besitzdienerschaft – Besitzdiener

Ein Besitzdiener hat tatsächliche Kontrolle, aber nicht im eigenen Namen, sondern für einen anderen. Er ist Weisungen unterworfen.

Frage: Beispiel Besitzdiener?
Sicherheitsmitarbeiter im Objekt → Besitzdiener des Unternehmers/Kunden.
Frage: Hat der Besitzdiener Besitzrechte?
Nein, er handelt nur für den Besitzherrn.

vorsätzlich / fahrlässig

Vorsatz: jemand will den Schaden oder nimmt ihn bewusst in Kauf.

Fahrlässigkeit: jemand verletzt die Sorgfaltspflicht, ohne den Schaden zu wollen.

Frage: Wann handelt man vorsätzlich?
Wenn man den Schaden absichtlich oder bewusst verursacht.
Frage: Was ist Fahrlässigkeit?
Unvorsichtiges Verhalten mit Schadensfolge.

widerrechtlich / rechtswidrig

Beide Begriffe bedeuten „nicht erlaubt“. Im BGB meint „widerrechtlich“ meist einen Eingriff ohne Berechtigung.

Frage: Was heißt widerrechtlich?
Ohne rechtliche Erlaubnis.
Frage: Ist rechtswidrig das gleiche?
Ja, beide bedeuten ein verbotenes Verhalten.

Verbotene Eigenmacht

Wer einem anderen den Besitz ohne Erlaubnis entzieht oder stört, begeht verbotene Eigenmacht (§858 BGB).

Frage: Beispiel?
Jemand wird aus einer Wohnung gedrängt oder etwas wird weggenommen.

Fundrecht

Wer eine verlorene Sache findet, hat Pflichten: Abgabe an den Besitzer oder Fundbüro. Finderlohn ist möglich.

Frage: Was tun beim Fund?
Beim Eigentümer oder Fundbüro abgeben.

Hausrecht

Der Hausrechtsinhaber bestimmt, wer die Räume betreten darf. Er kann Personen verweisen oder ein Hausverbot aussprechen.

Frage: Wer hat Hausrecht?
Eigentümer, Mieter oder Betreiber.

Personengruppen

Im BGB gibt es natürliche Personen, juristische Personen und geschäftsunfähige bzw. beschränkt geschäftsfähige Personen.

Frage: Was ist eine juristische Person?
Ein Unternehmen oder Verein mit eigenen Rechten.

Unerlaubte Handlung / Schadensersatzpflicht

Wer eine rechtswidrige Handlung begeht und einen Schaden verursacht, muss diesen ersetzen (§823 BGB).

Frage: Wann entsteht Schadensersatzpflicht?
Bei rechtswidriger und schuldhafter Handlung.

Unerlaubte Handlung – Minderjährige

Minderjährige haften nur eingeschränkt. Entscheidend ist die Einsichtsfähigkeit.

Frage: Haften Kinder?
Unter 7 Jahren nicht, darüber je nach Einsichtsfähigkeit.

Tierhalterhaftung

Tierhalter haften für Schäden, die ihr Tier verursacht (§833 BGB).

Frage: Beispiel?
Hund beißt jemanden → Tierhalter haftet.

Rechtsgüter

Rechtsgüter sind geschützte Werte wie Leben, Gesundheit, Eigentum, Freiheit.

Frage: Wozu Rechtsgüter?
Sie bestimmen, wann Eingriffe gerechtfertigt sind.

Rechtfertigungsgründe

Rechtfertigungsgründe machen eine Handlung trotz Eingriff in Rechte rechtmäßig, z.B. Notwehr oder Notstand.

Frage: Beispiel?
Notwehr gegen einen Angriff.

Notwehr – §227 BGB

Notwehr ist die Verteidigung gegen einen rechtswidrigen Angriff. Die Handlung muss erforderlich und angemessen sein.

Frage: Wann ist Notwehr erlaubt?
Bei aktuellem, rechtswidrigem Angriff.

Allgemeine Selbsthilfe – §229 BGB

Erlaubt ist Selbsthilfe, wenn staatliche Hilfe zu spät käme, z.B. Festhalten eines Diebes bis Polizei eintrifft.

Frage: Wann Selbsthilfe?
Wenn sofortiges Eingreifen nötig ist.

Selbsthilfe des Besitzers – §859 BGB

Der Besitzer darf Besitzentziehungen sofort rückgängig machen. Auch „verbotene Eigenmacht“ darf abgewehrt werden.

Frage: Beispiel?
Räumung eines Platzes, wenn jemand unbefugt eindringt.

Selbsthilfe des Besitzdieners – §860 BGB

Besitzdiener wie Sicherheitsmitarbeiter dürfen Angriffe auf den Besitz ihres Auftraggebers abwehren.

Frage: Beispiel?
Security verhindert Hausfriedensbruch.

Defensivnotstand – §228 BGB

Man darf eine Sache beschädigen, wenn von ihr eine Gefahr ausgeht und dies zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist.

Frage: Beispiel?
Hund greift an → man darf ihn abwehren, auch wenn er verletzt wird.

Aggressivnotstand – §904 BGB

Man darf fremde Sachen nutzen oder beschädigen, um eine akute Gefahr abzuwehren, wenn der Nutzen größer ist als der Schaden.

Frage: Beispiel?
Tür aufbrechen, um eine Person zu retten.

Verhältnismäßigkeit der Mittel

Maßnahmen müssen geeignet, erforderlich und angemessen sein. Nicht mehr tun als nötig.

Frage: Was bedeutet Angemessenheit?
Die Abwehr darf nicht über das Ziel hinausschießen.

Schikaneverbot

Niemand darf seine Rechte ausschließlich dazu benutzen, einem anderen zu schaden (§226 BGB).

Frage: Was verbietet §226 BGB?
Unnötige oder absichtliche Schikanen.

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