Strafrecht - Verfahrensrechts Allgemeiner Teil

Das Straf- und Strafverfahrensrecht besteht vorrangig aus dem
Strafgesetzbuch (StGB) und der Strafprozessordnung (StPO).


Das StGB regelt, wann eine Straftat vorliegt und welche Strafen vorgesehen sind.
Im Allgemeinen Teil werden grundlegende Regeln festgelegt (z. B. Vorsatz, Fahrlässigkeit, Versuch).
Der Besondere Teil enthält die einzelnen Straftatbestände (Delikte), z. B. Diebstahl, Körperverletzung, Betrug oder Sachbeschädigung.


Die StPO regelt, wie Straftaten verfolgt werden und wie das Verfahren abläuft – von der Ermittlung über die Festnahme bis zum Urteil.


Weitere relevante Nebengesetze (öffentliches Recht):
z. B. BtMG (Betäubungsmittelgesetz), WaffG (Waffengesetz), OWiG (Ordnungswidrigkeitengesetz).


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Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Gehört das Straf- und Strafverfahrensrecht zum öffentlichen Recht oder zum Privatrecht?
Es gehört zum öffentlichen Recht, da der Staat Straftaten verfolgt und möglicherweise bestraft.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Welche Nebengesetze aus dem öffentlichen Recht kennen Sie unter anderem?
OWiG (Ordnungswidrigkeitengesetz), WaffG (Waffengesetz), Straßenverkehrsordnung (StVO), BtMG (Betäubungsmittelgesetz).
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was regelt das Strafgesetzbuch (StGB)?
Das Strafgesetzbuch (StGB) legt fest, welche Handlungen strafbar sind, unter welchen Voraussetzungen sie bestraft werden und welche Strafen dafür vorgesehen sind.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was regelt die Strafprozessordnung (StPO)?
Die Strafprozessordnung (StPO) regelt, wie Straftaten verfolgt werden und wie das Strafverfahren abläuft – von der Ermittlung bis zum Urteil.

Grundstruktur des Strafgesetzbuches

Das Strafgesetzbuch (StGB) ist wie folgt aufgebaut:

Allgemeiner Teil (§§ 1–79b):
Hier findet man die Grundstrukturen zu den Straftaten, z. B.:
• War es ein Versuch oder Vollendung
• War die Straftat ein Verbrechen oder Vergehen
• Wurde die Straftat Vorsätzlich oder fahrlässig begangen?

• Besonderer Teil (§§ 80–358)
Im Besonderen Teil des Strafgesetzbuches (StGB) sind die einzelnen Straftatbestände (Delikte) geregelt, z. B. Diebstahl, Körperverletzung oder Betrug. Dort ist auch festgelegt, welche Strafe vorgesehen ist (z. B. Geldstrafe oder Freiheitsstrafe) sowie der Strafrahmen, etwa ein Monat bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe.

Hinweis:
Einige Straftaten sind nicht im StGB selbst geregelt, sondern in Nebengesetzen, z. B.:
• Waffengesetz (WaffG)
• Betäubungsmittelgesetz (BtMG)

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Wie ist das Strafgesetzbuch aufgebaut?
In einen Allgemeinen Teil und einen Besonderen Teil.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was regelt der Allgemeine Teil des StGB?
Allgemeine Regeln zur Beurteilung von Straftaten, z. B. Versuch, Vorsatz, Verbrechen und Vergehen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was steht im Besonderen Teil des StGB?
Die einzelnen Straftatbestände und die jeweilige Strafandrohung.

§ 1 StGB keine Strafe ohne gesetzliche Grundlage

§ 1 StGB Eine Tat kann nur bestraft werden, wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Tat begangen wurde.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was bedeutet „Keine Strafe ohne Gesetz“?
Eine Straftat darf nur bestraft werden, wenn sie gesetzlich verboten ist.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Wo ist dieser Grundsatz geregelt?
In § 1 StGB.

Welche Arten von Strafen gibt es?


In Deutschland gibt es folgende Strafen:
• Geldstrafe: mindestens 5, höchstens 360 Tagessätze
• Freiheitsstrafe: von 1 Monat bis 15 Jahre oder lebenslang

Mögliche Nebenstrafen:
z. B. Fahrverbot,
Entziehung der Fahrerlaubnis,
Berufsverbot

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Was ist eine Straftat, und unter welchen drei Voraussetzungen ist sie verfolgbar?


Eine Straftat (auch Delikt genannt) ist ein Verhalten, das durch ein Gesetz verboten ist und mit einer Strafe belegt wird.
Damit rechtlich eine Straftat vorliegt, müssen drei Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein. Fehlt auch nur eine davon, liegt keine Straftat vor.

1. Tatbestand - Tatbestandsmäßigkeit
Der Tatbestand beschreibt alle Merkmale, die erfüllt sein müssen, damit ein Verhalten strafbar ist.

Man unterscheidet zwischen:
• Objektiver Tatbestand:
Von außen erkennbare Schäden oder Umstände, z. B. die Handlung selbst.
• Subjektiver Tatbestand:
Innere Umstände des Täters, z. B. seine Motive oder Absichten.

2. Rechtswidrigkeit
Ein Verhalten ist rechtswidrig, wenn es gegen geltendes Recht verstößt.

Ein Verhalten ist (nicht Rechtswidrig), wenn ein Rechtfertigungsgrund besteht, z. B.:
• § 32 StGB – Notwehr
• § 34 StGB – Rechtfertigender Notstand
• § 127 StPO – Vorläufige Festnahme

3. Schuld
Schuld bedeutet die persönliche Vorwerfbarkeit einer rechtswidrigen Handlung. Eine Handlung ist schuldhaft, wenn kein Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgrund vorliegt.

Schuldausschließungsgründe (keine Schuld):
• Kind unter 14 Jahren
• Vollrausch ab ca. 2 Promille
• Menschen mit krankhafter seelischer Störung.

Entschuldigungsgründe:
• § 33 StGB – Notwehrexzess
• § 35 StGB – Entschuldigender Notstand

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was ist eine Straftat?
Ein Verhalten, das durch ein Gesetz mit Strafe bedroht ist.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Aus welchen drei Teilen besteht eine Straftat?
Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was ist der Tatbestand?
Die Merkmale, die erfüllt sein müssen, damit eine Straftat vorliegt.(Objektiver- und Subjektiver Tatbestand)
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was sind objektive und subjektive Tatbestandsmerkmale?
Objektiver Tatbestand: äußerlich wahrnehmbare Merkmale wie z.B. der Schaden am Opfer oder die Tat selbst,

Subjektiver Tatbestand: innere Einstellung oder Motive des Täters.

Vorsätzlich - fahrlässig Handeln

Vorsätzliches Handeln bedeutet, dass eine Handlung mit Wissen und Wollen durchgeführt wird also in dem Bewusstsein und mit dem Ziel, sie abzuschließen, zu vervollständigen oder herbeizuführen.

Fahrlässiges Handeln liegt vor, wenn eine Handlung mit Wissen, aber ohne den Willen erfolgt.
Man weiß, dass ein Schaden möglicherweise eintreten könnte, nimmt ihn jedoch nicht bewusst in Kauf. Stattdessen verletzt man die gebotene Sorgfaltspflicht also das, was eine sorgfältige Person in derselben Situation getan hätte.

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Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was bedeutet vorsätzlich?
Bewusstes und gewolltes Handeln.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was bedeutet fahrlässig?
Außerachtlassen der erforderlichen Sorgfalt.

Verbrechen - Vergehen

Das Strafrecht unterscheidet zwei Arten von Straftaten: Vergehen und Verbrechen.

Vergehen:
Vergehen sind leichtere Straftaten, die mit einer Geldstrafe oder in der Regel mit einer Freiheitsstrafe unter einem Jahr bedroht sind.
Die Freiheitsstrafe kann im Einzelfall auch über ein Jahr hinausgehen; entscheidend ist, dass keine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr vorgesehen ist.
Der Versuch ist bei Vergehen nur strafbar, wenn dies gesetzlich ausdrücklich geregelt ist.
Beispiele für Vergehen:
Diebstahl, Nötigung, Hausfriedensbruch.

Verbrechen:
Verbrechen sind besonders schwere Straftaten, die gesetzlich mit einer Mindestfreiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bedroht sind.
Die Freiheitsstrafe kann bis zu 15 Jahre oder lebenslang betragen.
Bei Verbrechen ist eine Geldstrafe als Hauptstrafe ausgeschlossen.
Der Versuch eines Verbrechens ist immer strafbar.
Verbrechen sind immer Offizialdelikte und werden von Amts wegen verfolgt.

Beispiele für Verbrechen:
Mord, schwere Brandstiftung. Bildbeschreibung

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Welche Arten von Straftaten gibt es?
Verbrechen und Vergehen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was sind Verbrechen?
Verbrechen sind Offizialdelikte mit einer Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe oder mehr, jeder Versuch ist strafbar.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was sind Vergehen?
Straftaten mit unter 1 Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe als Mindeststrafe.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Ist der Versuch bei Vergehen immer strafbar?
Nein, nur wenn es ausdrücklich im Gesetz steht.

Offizialdelikte - Antragsdelikte

Grundsätzlich ist der Staat verpflichtet, bekannt gewordene Straftaten zu verfolgen. Das nennt man das Legalitätsprinzip.

Offizialdelikte
Offizialdelikte sind Straftaten, die der Staat von sich aus verfolgen muss. Dazu zählen die meisten Straftaten.

Antragsdelikte
Antragsdelikte werden nur verfolgt, wenn das Opfer einen Strafantrag stellt. Hier entscheidet also das Opfer, ob die Tat verfolgt werden soll.

Man unterscheidet zwei Arten:

Absolute Antragsdelikte
Diese Straftaten werden ausschließlich auf Antrag des Opfers verfolgt.
Beispiele:
• Beleidigung – § 185 / § 194 StGB
• Hausfriedensbruch – § 123 StGB

Relative Antragsdelikte
Diese Taten werden normalerweise nur auf Antrag verfolgt.
Liegt jedoch ein besonderes öffentliches Interesse vor, kann der Staat auch ohne Antrag tätig werden.
Beispiele:
• Körperverletzung – § 223 StGB
• Sachbeschädigung – § 303 StGB

Privatklage
Wird ein Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt, kann das Opfer selbst Klage erheben, ohne die Staatsanwaltschaft.
Dies nennt man Privatklage.

Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was sind Offizialdelikte?
Straftaten, die der Staat von Amts wegen verfolgt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was sind Antragsdelikte?
Straftaten, die grundsätzlich nur verfolgt werden, wenn ein Strafantrag gestellt worden ist.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was ist der Unterschied zwischen absoluten und relativen Antragsdelikten?
Absolute Antragsdelikte werden nur verfolgt, wenn ein Strafantrag gestellt wird.
Relative Antragsdelikte können auch ohne Strafantrag durch den Staat verfolgt werden, wenn ein besonderes öffentliches Interesse besteht.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was bedeutet Privatklage?
Es sind Straftaten; sie werden strafrechtlich verfolgt, aber vom Verletzten selbst vor Gericht betrieben, wenn die Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse annimmt.

Echte - unechte Unterlassungsdelikte

Als Delikte bezeichnet man rechtswidrige Handlungen, die unter Strafe gestellt sind.
Straftaten können auf zwei Arten begangen werden.

1. Begehungsdelikte (aktives Tun)
Die Straftat wird durch ein aktives Handeln verwirklicht. Beispiel: Körperverletzung (§ 223 StGB).

2. Unterlassungsdelikte (Nichtstun)
Die Straftat wird begangen, indem jemand nicht handelt, obwohl er handeln müsste. Beispiele: § 323c StGB – Unterlassene Hilfeleistung. § 138 StGB – Nichtanzeige geplanter Straftaten. § 142 StGB – Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort.

Unterschied zwischen echtem und unechtem Unterlassungsdelikt:
Echte Unterlassungsdelikte:
Beispiel: § 323c StGB – Unterlassene Hilfeleistung.
• Keine Garantenpflicht erforderlich.
• Das Unterlassen ist ausdrücklich im Gesetz unter Strafe gestellt.

Unechte Unterlassungsdelikte:
Garantenpflicht erforderlich.
• Strafbar ist das Nicht-Eingreifen, obwohl man rechtlich zum Handeln verpflichtet ist.
Hinweis: Garantenstellung entsteht z. B. durch
enge persönliche Beziehung (z. B. Eltern ↔ Kinder).
vertragliche Verpflichtung (z. B. Sicherheitsdienst / Bewachungsgewerbe).
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Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was sind Unterlassungsdelikte?
Straftaten, die durch Unterlassen begangen werden.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Welche Arten von Unterlassungsdelikten gibt es?
Echte und unechte Unterlassungsdelikte.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was sind echte Unterlassungsdelikte?
Im Gesetz ausdrücklich geregelte Pflichtverletzungen, z. B. unterlassene Hilfeleistung (§ 323c StGB).
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was sind unechte Unterlassungsdelikte?
Straftaten durch Nichtverhindern eines Erfolgs trotz Garantenstellung.

Formen der Täterschaft

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich an einer Straftat zu beteiligen, die zeitlich unterschieden werden.


Vor der Tat:
Anstiftung
Verabredung zu einem Verbrechen.

Während der Tat:
Einzeltäter (allein)
Mittäter (gemeinsam)
mittelbarer Täter (lässt durch andere ausführen)
Beihilfe (unterstützt die Tat, z. B. Aufpassen).

Nach der Tat:
Hehlerei (Umgang mit Diebesgut)
Begünstigung (Täter Vorteile sichern, z. B. Verstecken)
Strafvereitelung (Bestrafung verhindern oder erschweren, z. B. falsche Angaben).

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Der strafbare Versuch

Straftaten können im deutschen Strafrecht auch im Versuch strafbar sein.
Der Versuch eines Verbrechens ist immer strafbar.

Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter nach seiner Vorstellung von der Tat unmittelbar zur Tat ansetzt und die sogenannte „Jetzt-geht’s-los-Grenze“ überschreitet. Dann beginnt die strafbare Versuchshandlung, auch wenn die Tat nicht vollendet wird.

Beispiel:
Eine Person will ein Auto stehlen und steckt einen Dietrich in das Türschloss.
Sie wird entdeckt und flieht.

→ Die Tat ist nicht vollendet, aber die Ausführung hat bereits begonnen.
→ Es liegt ein strafbarer Versuch vor.


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Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Wann liegt ein Versuch vor?
Wenn man unmittelbar zur Tat ansetzt und die „Jetzt-geht’s-los-Grenze“ überschreitet.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Ist der Versuch immer strafbar?
Bei Verbrechen ja, bei Vergehen nur wenn es im Gesetz steht.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was bedeutet „unmittelbar ansetzen“?
Der Täter beginnt direkt mit der Tatausführung.

Rechtfertigungsgründe aus StGB und StPO

Im Strafgesetzbuch (StGB) und in der Strafprozessordnung (StPO) sind wichtige Rechtfertigungsgründe geregelt:
§ 32 StGB – Notwehr
§ 34 StGB – Rechtfertigender Notstand
§ 127 StPO – Vorläufige Festnahme
Diese Vorschriften können dazu führen, dass ein Verhalten nicht strafbar ist, obwohl es normalerweise verboten wäre.


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Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Welche Rechtfertigungsgründe stehen im Strafrecht?
Notwehr (§ 32 StGB), rechtfertigender Notstand (§ 34 StGB), vorläufige Festnahme (§ 127 StPO).
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was regelt § 32 StGB?
Notwehr ist diejenige Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwehren.
Dieser Grundsatz steht sowohl im Strafrecht (§ 32 StGB) als auch im Zivilrecht (§ 227 BGB).
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was regelt § 34 StGB?
Der rechtfertigende Notstand erlaubt eine Straftat, um eine gegenwärtige Gefahr für ein Rechtsgut abzuwenden. Dabei muss eine Interessenabwägung erfolgen, wobei das geschützte Rechtsgut höherwertig sein muss.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was erlaubt § 127 StPO?
Jedermann darf eine Person festhalten, die auf frischer Tat betroffen oder verfolgt wird, wenn Fluchtgefahr besteht oder die Identität nicht sofort feststellbar ist.

§ 32 StGB Notwehr

Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff von sich oder einer anderen Person abzuwehren.
Wer in Notwehr handelt, handelt rechtmäßig.


Wichtige Punkte zur Notwehr (§ 32 StGB):
• Es ist immer das mildeste geeignete Mittel zur Verteidigung zu wählen.
• Es muss sich um eine Verteidigung handeln, nicht um einen Angriff.
• Die Verteidigung muss erforderlich (notwendig) sein.
• Der Angriff muss widerrechtlich sein und gegenwärtig stattfinden.
• Notwehr ist zulässig für sich selbst oder für eine andere Person.
• Die Notwehr zugunsten einer anderen (dritten) Person nennt man Nothilfe.

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Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Wann handelt man nicht rechtswidrig?
Wenn man in Notwehr handelt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was ist Notwehr?
Eine notwendige Verteidigung gegen einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was bedeutet „gegenwärtiger rechtswidriger Angriff“?
Der Angriff steht kurz bevor, passiert gerade oder dauert noch an und ist nicht erlaubt.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was ist das Ziel der Notwehr?
Den Angriff so schnell wie möglich zu beenden.

Rechtfertigender Notstand nach § 34 StGB

Der rechtfertigende Notstand (§ 34 StGB) ist ein Rechtfertigungsgrund.
Er erlaubt eine Straftat, um eine gegenwärtige Gefahr für ein Rechtsgut abzuwenden.
Dabei muss eine Interessenabwägung erfolgen, wobei das geschützte Rechtsgut höherwertig sein muss.

Beispiel:
Ein stark betrunkener Gast möchte mit dem Auto wegfahren.
Der Sicherheitsmitarbeiter nimmt ihm die Autoschlüssel ab, um eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer zu verhindern.

Mögliche Straftaten ohne Rechtfertigung wären z. B. Nötigung oder ein Eingriff in das Eigentum.
Da jedoch Leib und Leben höherwertig sind, ist die Handlung durch den rechtfertigenden Notstand erlaubt.


Bildbeschreibung
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was erlaubt der rechtfertigende Notstand?
Eine Straftat zu begehen, um eine gegenwärtige Gefahr abzuwenden.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Für wen darf die Gefahr abgewendet werden?
Für sich selbst oder für eine andere Person.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Welche Voraussetzung ist besonders wichtig?
Es muss eine Abwägung der Rechtsgüter erfolgen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Wann ist die Handlung gerechtfertigt?
Wenn das geschützte Rechtsgut deutlich höherwertiger ist als das beeinträchtigte.

Vorläufige Festnahme nach § 127 StPO

Die vorläufige Festnahme durch jedermann (§ 127 StPO) erlaubt das Festhalten einer Person unter bestimmten Voraussetzungen.

Voraussetzungen:

  • Täter wird auf frischer Tat betroffen.
  • Täter wird auf frischer Tat verfolgt.
  • Identität des Täters ist unbekannt.
  • Es besteht Fluchtgefahr wegen einer schweren Straftat (auch möglich, wenn die Identität bekannt ist).

Begriffe:

Auf frischer Tat betroffen:
Der Täter wird während der Begehung der Straftat unmittelbar angetroffen.

Auf frischer Tat verfolgt:
Der Täter wird unmittelbar nach der Tat anhand einer Täterbeschreibung erkannt oder der Täter wird nach Tatbegehung verfolgt.


Bildbeschreibung
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was erlaubt § 127 StPO?
Die vorläufige Festnahme durch jedermann.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Wann darf eine Person vorläufig festgenommen werden?
Bei frischer Tat und Fluchtverdacht oder unbekannten Personalien.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was bedeutet „frische Tat“?
Die Straftat wird gerade begangen oder wurde soeben begangen.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was muss nach der Festnahme sofort erfolgen?
Die Polizei ist unverzüglich zu verständigen.

Schuldausschließungsgründe im Strafgesetzbuch

Im Strafgesetzbuch sind folgende Entschuldigungsgründe geregelt, bei denen trotz Tat keine Schuld vorliegt:

• § 33 StGB – Notwehrexzess (Überschreiten der Notwehr)

• § 35 StGB – Entschuldigender Notstand


Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was bewirken Schuldausschließungs- oder Entschuldigungsgründe?
Die Tat bleibt rechtswidrig, der Täter wird aber nicht bestraft.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was regelt § 33 StGB?
Den Notwehrexzess, also das Überschreiten der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was regelt § 35 StGB?
Den entschuldigenden Notstand bei Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Sind diese Gründe Rechtfertigungsgründe?
Nein, sie entschuldigen nur die Tat, sie rechtfertigen sie nicht.

§ 33 StGB – Notwehrexzess

Überschreitet der Täter aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken die Grenzen der Notwehr, wird er nicht bestraft.

Beispiel:
Ein Sicherheitsmitarbeiter wird plötzlich angegriffen. Aus Panik schlägt er weiter zu, obwohl der Angreifer bereits am Boden liegt und keine Gefahr mehr darstellt.

→ Die Verteidigung war zunächst erlaubt, wurde aber überschritten.
→ Wegen Notwehrexzess (§ 33 StGB) bleibt er straffrei.


Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was ist ein Notwehrexzess?
Das Überschreiten der Grenzen der Notwehr.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Wann bleibt der Täter straffrei?
Wenn die Überschreitung aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken erfolgt.

§ 35 StGB – Entschuldigender Notstand

Wer eine rechtswidrige Tat begeht, um eine gegenwärtige Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit von sich, einem Angehörigen oder einer nahestehenden Person abzuwenden, handelt ohne Schuld, wenn ihm die Hinnahme der Gefahr nicht zuzumuten ist.

Hinweis:
§ 35 StGB gilt ausschließlich für die Rechtsgüter LEIB, LEBEN und FREIHEIT und nur zum Schutz der eigenen Person oder einer nahestehenden Person.

Beispiel (Bergsteigerfall):
Zwei Brüder klettern gemeinsam einen Berg hoch. Am Sicherungsseil hängen unten weitere Personen. Das Seil droht zu reißen und alle würden abstürzen. Einer der Brüder schneidet das Seil durch, um sich und seinen Bruder zu retten.

→ Die Handlung ist rechtswidrig (Tötungsdelikt).
→ Er handelte zum Schutz von Leib und Leben einer nahestehenden Person.
→ Wegen entschuldigendem Notstand (§ 35 StGB) wird er nicht bestraft.

Bildbeschreibung
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Was regelt § 35 StGB?
Wer eine rechtswidrige Tat begeht, um eine gegenwärtige Gefahr für *Leib, Leben oder Freiheit* von sich oder einer nahestehenden Person abzuwenden, handelt *ohne Schuld*, wenn ihm die Gefahr nicht zuzumuten ist.
Mündliche Prüfungsfragen mit Kurzantworten:
Welche Rechtsgüter sind erfasst?
Leib, Leben und Freiheit.